Updates und Rennberichte von Daniel Braun


Triathlon Roth

So jetzt schaffe ich es auch tatsächlich mal, was über den gestrigen Tag zu schreiben. Das Rennen in Roth war ja mein geplanter Saisonhöhepunkt - und das wurde es auch ;-)

Wir sind schon am Mittwoch angereist, damit alles möglichst entspannt abläuft -  ist ja mit zwei Kindern nicht immer einfach. Aber in einer gemütlichen Ferienwohnung, in der Nähe von Roth ließ es sich gut aushalten.

Race day 3.45 Uhr aufstehen, Frühstücken, Kinder schlafend ins Auto verfrachten und ab Richtung Schwimmstart. Ich hatte natürlich im Vorfeld die Konkurrenz in der Altersklasse abgecheckt und gemerkt, dass die dieses Jahr extrem stark besetzt ist. 15 Jahre Jubiläum beim größten Triathlon der Welt lassen sich die guten Athleten nicht entgehen. Daher war mein Ziel schneller als letzes Jahr zu sein, und wenn möglich aufs Treppchen. 

Das ging mit dem Schwimmen auch schon, für meine Verhältnisse, ganz gut los. Ich bin möglichst enstpannt geschwommen und bin nach 1 h 02 gut aus dem Wasser gekommen. Das Schwimmen ging dank Wellenstart sehr geregelt ab und ich konnte ohne Geprügel schwimmen. 

Aus dem Wasser raus und auf die Kiste. Da hab ich dann sehr schnell in meinen Rhythmus gefunden und war am Einsammeln. Denn auch wenn ich nicht der beste Schwimmer bin, Radfahren läuft ;-) 

Die erste Radrunde war noch verhältnismäßig windstill, der kam aber in der zweiten Runde langsam auf. Da kamen dann auch die Staffelfahrer mit auf die Strecke und es wurde unrythmisch. Man musste dann einfach aufpassen, dass man locker bleibt und sich nicht von irgendwelchen wild gewordenen Staffelfahrern anstecken lässt und, wie die meisten, über die eigenen Verhältnisse fährt. 

Beim Radfahren lief es aber bis zum Ende eigentlich sehr gut, ich hatte vielleicht zwei  mentale Durchhänger, die sich aber relativ leicht überwinden ließen. 

Nach 4h 38 konnte ich das Radfahren, so schnell wie´s locker halt geht, beenden :-)

In der zweiten Wechselzone angekommen, kam meine Parade-Disziplin, der Wechsel :-) Chipband abmachen, Füße abtrocknen, Socken anziehen, Chipband wieder hinmachen, Stirnband, Sonnenbrille anziehen und mein Fläschchen mit Chiagel, Moringa und Guarana einstecken, des braucht eben alles seine Zeit.

Aber dann gings los und meine stärkste Disziplin, das Laufen, hat sich richtig gut angefühlt. Gleich zu Anfang stand meine Familie mit Fan-Gemeinschaft und ich bekam von Schwiegerpapa Erhard Franz gesagt, dass ich auf Platz 19 bin und die anderen nicht so weit weg sind. Ich konnte mein geplantes Tempo von 4:05 in etwa bis Halbmarathon halten. Bis dahin hatte ich auch schon ordentlich Leute eingesammelt. 

Aber mir war auch klar, dass es ab hier nicht leichter wird: Die Speicher sind leer und die Beine werden schwerer. So musste ich auch ein wenig das Tempo drosseln. Wusste aber auch, dass die Jungs dahinter lauern. Ich habe mich nie umgedreht, jedoch bei den Wenden kann man den Leuten ja ins Gesicht schauen und so schlecht sahen die noch nicht aus. 

An der Lände, an der man auf der Laufstrecke steht, stand mein Trainer Michi Kraus, der mich wie ein Wahnsinniger angefeuert hat und mich wieder nach vorne schrie. 

Jetzt kommt der härteste Teil einer Langdistanz, die letzten 21 km. Ab hier steige ich dann immer um auf Cola und noch mehr Cola. 

Ich konnte an meiner Uhr sehen, dass ich langsamer werde, machte mir aber bewusst, dass ich die letzten Monate dafür geackert habe, und jetzt sicher nicht wegen 21 km alles in den Sand setzte. Also habe ich im Kopf weiter Druck gemacht.

Bei Km 30 ging es dann mental ja schon Richtung Ziel, ich konnte auf der langen Geraden noch einen weiteren Athleten sehen und habe beschlossen, anstatt nach hinten zu sehen, versuchen weiter zu fokussieren und Gas zu geben. Ich bin an ihm vorbei, hab das Tempo verschärft und versucht zu halten. Bis Km 37 ging das auch Super, bekam dann aber einen Krampf im rechten Adduktor. Nach kurzer Dehnpause wurde ich leider einmal überholt, konnte aber wieder Gas geben und habe ihn tatsächlich wieder geschnappt.

Bei Km 40 war die Sache gelaufen: Meine Frau, die Kinder, die ganze Familie haben mich angefeuert. 

Also musste ich es nur noch nach Hause laufen, einmal nach Roth rein die Stimmung mitnehmen und ab in den Zielkanal. Als ich realisiert hatte, dass ich mit einer Zeit von 8:43:50 ins Ziel kam, war ich überwältigt und einfach nur glücklich. Am Ende noch einen Marathon in 2 h 58 zu laufen war zu viel für mich.

Nachdem ich meine Medaille bekam war auch schon der nette Mann von der NADA da und nahm mich mit zur Dopingkontrolle. Dort durfte ich dann zusammen mit Frodo und noch einigen Hochkarätern sitzen und Apfelschorle trinken, bis man endlich zum pinkeln musste. War auch mal ne nette Erfahrung so etwas mit zu machen ;-)

Das Ende vom Lied ist ein Platz 15 Gesamt und der schnellste Amateur am heutigen Tag! Somit habe ich logischerweise auch meine Altersklasse gewinnen können.

Ich möchte mich in erster Linie bei meiner Familie bedanken, ohne die das so nicht möglich wäre. Natürlich bei all den Leuten die mitgereist sind und auch denen, die mich am Live Ticker verfolgt haben.

Meinen Sponsoren  #Radsportstudiobikeandmore #skinfit #Altrarunning # Chiamind ohne die es sicherlich um einiges schwieriger gewesen wäre.

So hat Bernhard vom #Radsportstudiobikeandmore dafür gesorgt, dass mein Trek Speed Concept sensationell lief - danke dafür. Ohne dieses fantastische Teil hätte ich sicherlich wertvolle Minuten auf der Strecke gelassen. 

Und natürlich auch meinem Trainer #MichiKraus, der mich in den letzten Monaten extrem hart rangenommen hat, aber auch für die nötige Erholung gesorgt hat. Ich stand top ausgeruht und megafit am Start. Und ich konnte mich in allen drei Disziplinen steigern.

So kann es weitergehen.

Und natürlich euch danke fürs Lesen und euer Interesse.   

Triathlon Ingolstadt

Wie die meisten wissen, ist die Auftakt-Disziplin, das Schwimmen, nicht meine Stärke. Dank meines Trainers Michael Kraus ist sie aber keine Schwäche mehr. Ich bin Grundsolide 2000 m in 30 Minuten geschwommen, und hab mich wunderbar dabei gefühlt. Hab zuerst gar ned realisiert, dass auf meiner Uhr eine 30 stand.

Leider aber doch zu langsam um in die erste Radgruppe mit rein zu kommen. D.h. ich war die komplette Strecke sehr einsam am rum radeln. Die Bedingungen waren nicht einfach, weil ein echt übler wind ging. Und da ich auf keinen Fall überpacen wollte, bin ich es vor allem gegen den Wind eher moderat angegangen. Ich wurde genau einmal Überholt, von einem sehr bullig wirkenden Radfahrer, der an mir vorbeigerauscht ist. Ich habe natürlich versucht dran zu bleiben, natürlich mit den 10 m Abstand, aber da konnte ich leider nicht mitfahren. War mir dann doch zu schnell, und ich dachte mir, so wie der aussieht kann der sicherlich nicht Laufen. Und so war es dann auch :-) habe ihn schon nach wenigen km beim Laufen wieder überholt. Die erste Radgruppe war jedoch leider zu weit weg als dass ich das Loch hätte zu fahren können. Bei der Wende in Ingolstadt habe ich zwar gesehen dass es nicht all zu weit ist, aber dann doch wieder zu weit um ran zu kommen.

Am Ende war es dann trotzdem ein Schnitt von 38,5 womit ich absolut Leben kann, weil ich weiß, dass noch Luft nach oben gewesen wäre. Mein Trek Speed Concept lief tadellos, am Material liegt es also nicht ;-) Die Einstellung passt wunderbar, dafür nochmal ein Dankeschön ans Radsportstudio Bike and More Meitingen.

In der zweiten Wechselzone war mir dann dann relativ früh klar dass ich ganz gute Beine erwischt habe. Nachdem ich mir eine Mixtur aus Saft Chia und Moringa reingeschüttet habe, ging es ab. Obwohl ich nicht ausgeruht ins Rennen ging. Mein Trainer hat mich vorbelastet ins Rennen geschickt, um nochmal einen Reiz zu setzen. Und das hat hervorragend geklappt. Ich kam aus der Wechselzone zeitgleich mit einem Staffelläufer (also einer der vorher nicht geradelt ist, sondern nur die 20 km läuft) als ich gemerkt habe, dass die Pace von ihm recht gut ist, dachte ich mir: da bleibe ich dran.
Leider hat meine Blase beschlossen nach 2 km pinkeln zu müssen, geht überragend wenn man in einem Einteiler steckt:-)
Egal rein ins Dixi und Zack Zack, mein Staffelläufer war dann noch in Sichtweite, und deswegen hab ich nen kleinen Zwischenspurt eingelegt.
Der Gute hat mich dann bis ins Ziel begleitet. In Runde drei musste ich zwar kurz meckern, weil er langsamer wurde, hat er dann aber wieder gut gemacht. Auf diesem Wege nochmal danke an den Unbekannten:-)

Schlussendlich war es dann die Zweitbeste Laufzeit des Tages mit 1:15h auf 20 km.
Das sensationelle dran ist, dass ich noch ewig hätte weiter machen können - ich denke die Form für Roth ist Top.

Am Ende dann ein 10.Platz und nur 6. in der Altersklasse, war eben ein Rennen mit sehr guter Besetzung und meine momentane Altersklasse ist nicht die langsamste.
Aber abgerechnet wird am 17.Juli in Roth:-) und da bin ich definitiv in Topform.

Danke fürs Lesen und all die netten Nachrichten die mich erreicht haben. Und natürlich ein fettes Dankeschön an meine Familie die mir es erst möglich machen diesen Sport auf diesem Niveau auszuüben. 

Viele Grüße aus den Bergen und bis bald:-)